Qualitätsstufen

In Europa wird Olivenöl in Güteklassen eingeteilt. Die europäische Verordnung 1234/2007 (aktualisiert durch EU-Verordnung 61/2011) unterscheidet diese Klassen. Es werden Qualitätsbezeichnungen festgelegt, unter denen Olivenöl verkauft werden darf. Ergänzt werden diese Vorgaben durch  Auszeichnungspflichten (was muss auf das Etikett)  und Vorgaben über Inhaltsstoffe und andere Parameter.

 

Olivenöl wird im Wesentlichen in drei Güteklassen eingeteilt.
 

  • "Extra Vergine" / "natives Olivenöl Extra" Extra Virgin Olive Oil (EVOO)
  • "Vergine" ("natives Olivenöl")
  • Lampantöl (auch "Olivenöl" genannt)

 

Die Qualitätsstufen unterscheiden sich wie folgt:

  • Für Natives Olivenöl Extra müssen die Oliven im optimalen Reifestadium direkt vom Baum gepflückt und innerhalb weniger Stunden in einer Ölmühle verarbeitet werden. Während der Verarbeitung müssen Fermentationen und  Oxidationen weitestgehend ausgeschlossen werden, da sie zu qualitativen Veränderungen führen. Bei Verarbeitung der Oliven zu Öl dürfen vorgegeben Temperaturbereiche nicht überschritten werden.

    Dieses Öl muss außerdem spezielle

    – chemische (Inhaltsstoffe und Bestandteile) und

    – sensorische (Geruch- und Geschmack) Voraussetzungen erfüllen.

    So sind zum Beispiel Grenzwerte für enthaltene freie Fettsäuren und ähnliches  vorgegeben. Alle Details der Vorgaben finden Sie in der EU Olivenöl-Verordnung.

  • Ein Natives Olivenöl (also ohne das "Extra") entsteht, wenn die Oliven nicht ganz frisch oder gar beschädigt waren oder auch, wenn bei der Verarbeitung die Vorgaben zu Fermentation und Oxidation nicht eingehalten werden können. Durch Einsatz älterer Ölmühlen, durch die mehr Sauerstoff eingebracht wird, ist das möglich, aber auch wenn der Zeitraum zwischen Ernte und Verarbeitung zu lang ist. Bei Öl dieser Qualitätsstufe gelten andere Vorgaben für Herstellung und Inhaltsstoffe wie Fettsäuren oder ähnlichem.

  • Lampantöl verwendet als Grundlage vom Boden gesammelte, länger gelegene, angefaulte, fermentierte Oliven. Das Ergebnis der Verarbeitung ist  ein schlecht riechendes und unangenehm schmeckendes Öl. Dieses Öl darf zum direkten Verzehr unbehandelt gar nicht verkauft werden! 
    Gesetzlich geregelt ist, dass „Lampantöl“ erst nach einem Raffinationsprozess, also der Überarbeitung mittels Wärme und Zugabe von Chemikalien in den Verkauf zum Verzehr gelangen darf. Durch das Mischen mit nativen Öl bekommt das nach der Raffinierung geschmacklose Öl einen eigenen begrenzten Geschmack. Häufig handelt es sich um äußerst günstige angebotene Olivenöle in einer erschreckenden Qualität.

 

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